Anzeige:

Erotische Geschichten

Titel dieser Geschichte: Ein spezieller Karneval
Autor dieser Geschichte: titania

Wenn es manchmal heißt „In dieser Ehe hat die Frau wohl die Hosen an!“ fühle ich mich angesprochen. Ich heiße Thomas und bin männlicher Transvestit solange ich zurückdenken kann. Schon als kleiner Junge habe ich heimlich die Mieder- und Strumpfhosen meiner Mutter angezogen. Und wenn es irgendwie möglich war, auch ein Paar ihrer hohen Schuhe. Meine Frau meint, dass meine Mutter mein Vorbild ist wenn ich mich zuhause als Frau kleide und mit Hingabe die Haushaltsaufgaben erledige. Franziska mag das nicht besonders und macht manchmal abfällige Bemerkungen, wenn ich auf meinen hohen Schuhen mal wackele oder darüber, dass ich mit meinen 1,94 Meter und 12 cm Absätzen `unmöglich` wirke, aber sie ist auch froh, wenn die leidige Hausarbeit erledigt wird.
Ich habe ihr meinen Fetisch schon vor der Ehe gebeichtet, ich liebte und liebe sie immer noch wie am ersten Tag. Ich war der festen Ansicht, dass es nicht nur fair wäre, ihr vor dem Jawort alles zu erzählen.
Ich kann nicht immer vor ihr als Frau herumrennen. Wenn sie schlechte Laune hat oder von ihrem Job gestresst ist, dann kommen bissige Bemerkungen, die mich tief verletzen. Zu diesen Zeiten verzichte ich lieber darauf, meinen speziellen Kleiderschrank zu öffnen. Komischerweise ändert sich auch meine Psyche in der Zeit der Damenunterwäsche erheblich. Ich werde zärtlicher und sensibler, damit aber auch verletzlicher. Es ist, als wäre ich ihr gegenüber völlig geöffnet und wehrlos. Wenn sie dann angreift, bin ich schnell ein seelisches Wrack.

Die Zeiten, in denen es mich drängt Frauensachen anzuziehen, kommen und gehen. Es ist wohl nach meiner Kenntnis bei fast allen Transvestiten so, dass das Verlangen zyklisch kommt – bei mir meist im Winter, wenn es kühler ist. Wenn ich dann einen Orgasmus bekomme, entweder durch Masturbation mit der Hand oder, was häufiger ist, mit dem Vibrator, dann ist die Lust wie weggeblasen. Ich esse viel mehr und versaue mir die Figur. Das ärgert mich, denn ich achte nämlich darauf, bloß nicht fett zu werden.
Aber ich ziehe die Sachen nicht an, um einen Orgasmus zu bekommen bzw. vorzubereiten. Ich liebe vielmehr die Erregung und verkneife mir oft wochenlang einen Höhepunkt, denn dann kann ich nicht mehr genießen. Überhaupt bin ich viel ausgeglichener, wenn ich mal wieder ein paar Stunden in Frauenkleidung hatte.
Als wir damals in diese kleine Stadt gezogen sind, damit ich den Laden meines Vaters übernehme, ist Franziska zu einer großen Firma gegangen und hat sich schnell hochgearbeitet. Sie ist heute Abteilungsleiterin und verdient fast doppelt so viel wie ich mit dem kleinen Geschäft. Ich bin wohl zu gutmütig und bequem, um sehr erfolgreich zu sein. Ich behalte eigentlich überflüssige Angestellte und musste sogar schon mein eigenes `Unternehmergehalt` kürzen, damit der Laden nicht pleite geht.
Der Vorteil bei der Selbständigkeit ist, dass man verhältnismäßig frei ist und schon mal früher Schluss machen kann. Auch die lange Mittagspause kommt meinen Vorlieben entgegen. Ich kann in der Pause schnell nach Hause und als Frau den Haushalt erledigen. Wenn meine Frau dann abends heim kommt, ist meist alles einigermaßen geregelt.
Der Nachteil: Ich bin von Franziskas Geld abhängig. Wenn ich mir mal wieder etwas zum Anziehen gekauft habe, wie zum Beispiel ein neues Paar hoher Schuhe, dann muss ich mich auf eine Standpauke gefasst machen.
Im Großen und Ganzen kann ich aber wohl ganz zufrieden sein. Welcher Transvestit hat schon meine Möglichkeiten? Das ist wohl eher die Minderzahl.

Diesen Winter kamen zwei Dinge zusammen, die die Chance auf ein außergewöhnliches Erlebnis bedeuteten. Ich hatte mal gerade wieder eine `heiße` Phase und die ersten Ankündigungen für Faschingsfeiern kamen in den örtlichen Zeitungen. In mir kam der Wunsch hoch, einmal als Frau dort offen aufzutreten. Auf keinen Fall hier am Ort. Nein, irgendwo weit weg, wo mich niemand kannte. Ich stellte mir vor, über den Gehweg zu einer Stadthalle zu gehen, mit klappernden Absätzen und der kühlen Luft an meinen bestrumpften, frisch rasierten Beinen unter dem Rock. Das Gefühl, das ich so liebte, wenn ich nachts, heimlich im dunklen Garten herumstöckele und gelegentlich schon davon einen Orgasmus bekomme, wobei ich in die enge Miederhose spritze, die meinen Schwanz eng zwischen die Beine presst.
Nur kurze Zeit später zerplatzte dieser Traum wieder. Meine Frau würde das nie mitmachen. Obwohl? – hatte sie nicht vor einigen Jahren mal im Scherz sogar so was angeboten? „Geh doch mal zum Fasching als Frau, dann kannst du sehen, wie das so draußen ist.“

Ich bekam wieder etwas Hoffnung. Ich müsste nur den richtigen Augenblick abpassen, um sie zu fragen ...

Einige Tage später stand ich abends an der Spüle und machte gerade den Abwasch fertig, als sie endlich heim kam. Während sie sich im Eingang auszog, die große Handtasche mit den Arbeitspapieren abstellte und die Post durchsah, legte ich mir die Worte zurecht. Nach einer kurzen Begrüßung wollte ich loslegen, doch sie griff mir an die Jogginghose und fühlte nach meiner Unterwäsche.
„Hast du wieder eine Miederhose an?“
„Ja“, antwortete ich knapp. Sie hatte sie eh schon gefühlt. „Ich habe gebügelt ...“, ergänzte ich.
„Auf hohen Schuhen? Hast du das Ding schon den ganzen Tag an?“
„Ja“, war wieder meine knappe Antwort. Das lief nicht besonders gut ...
„Du wirst noch völlig impotent, wenn du dir ständig alles abquetscht“, meinte sie. Das war in meinen Augen natürlich Unsinn, denn ich schob meine Hoden immer im Leistenkanal hoch, also in den Unterbauch hinein. Da wurde nur der Penis abgequetscht und der war nicht empfindlich. Allerdings bekam ich tatsächlich schon länger keinen richtigen Steifen mehr und so klappte der Sex zwischen uns leider nicht mehr so gut. Meist läuft es darauf hinaus, dass ich ihre Brüste lecke, während sie mit dem Vibrator ihren Kitzler reizt, bis sie zum Orgasmus kommt. Ich halte mich regelmäßig zurück. Ich will gar nicht abspritzen. Dann wäre der Kick beim Anziehen der Frauensachen wieder weg.

Ich antwortete nicht darauf und ließ sie erst mal richtig ankommen. Vielleicht würde sich später eine bessere Gelegenheit ergeben. Erst nach dem Abendbrot nahm ich einen neuen Anlauf.
„Du, ich würde gern mal zu so einer Karnevalsveranstaltung gehen. Was hältst du davon?“
„Du willst als Frau verkleidet gehen?“ Sie wusste sofort Bescheid.
„Ja.“ Mehr fiel mir wieder nicht ein.
„Vergiss es. Kommt nicht in Frage. Wär´ ja peinlich. Du kannst hier drinnen tun was du willst, aber nicht draußen. Wenn dich jemand erkennt!?“
„Wir könnten ja in einer anderen Stadt hingehen, da wo mich niemand kennt.“
„Wohin denn? Köln oder was?“

Das war nicht unbedingt das, was ich mir vorgestellt hatte. Aber warum nicht?
„Ja, zum Beispiel.“
Ich wusste, dass Franziska schon mal gern zum Rosenmontag in Köln gefahren wäre. Deutlich war in ihrem Gesicht abzulesen, dass es arbeitete. Ganz abgeneigt schien sie nicht zu sein.
„Ich weiß nicht ... Nein. Wenn, dann gehst du nicht als Frau.“
„Dann ist es ja witzlos!“ platzte es aus mir heraus.
„Na dann halt gar nicht.“ Damit war die Sache für sie erledigt. Sie stand auf, räumte ihren Teller in die Küche und ließ mich mit hängenden Kopf sitzen. Ich hätte weinen können.

Erst sehr viel später, wir lagen im Dunkeln nach einem wortkargen Fernsehabend im Bett, kam sie noch einmal auf das Thema zurück.
„Was würdest du denn anziehen?“
Ich brauchte einen Augenblick, um überhaupt zu verstehen, worum es ging. Dann überlegte ich. Ich wusste es selbst noch nicht so genau. Ich ging meinen Kleiderschrank im Geiste durch.
„Schwarzer Rock und rote Bluse. Dazu die roten Pumps?“
„Du kannst nicht nur in Rock und Bluse gehen. Es ist Winter.“
„Na ja, ich könnte ja ein schwarzes Jackett dazu anziehen. Sieht dann aus, wie ein Kostüm.“
Sie war eine Weile ruhig, bis sie zustimmte.
„Gut, du zeigst mir das aber vorher. Wir fahren nach Köln und bleiben ein paar Tage.“
Mir gingen im Dunkeln die Augen über. Ich konnte es kaum fassen, dass sie zustimmte. Überglücklich lehnte ich mich zu ihr herüber, kuschelte und küsste sie.
„Ich liebe dich!“

***


Die nächsten Tage konnte ich die Sache nicht aus dem Kopf bekommen. Ich überlegte, wohin wir gehen könnten und sammelte Angebote. Die erste Überlegung war, ob wir einfach an den Umzug gehen sollten. Das fiel aus, erstens wollte meine Frau sicher etwas Festlicheres und zweitens traute ich mir nicht zu, den ganzen Tag am Straßenrand auf 12 cm Pumps zu stehen. Daher fiel auch ein Ball oder eine Tanzveranstaltung aus. Das wäre nicht nur mit dem langen Stehen schwierig geworden, nein - Tanzen war eh ein Problem. Das wäre schon ein lustiges Paar: er über zwei Meter in Frauensachen, sie dreißig Zentimeter kleiner ...
Ich wusste übrigens noch gar nicht, als was sie gehen wollte. Ich müsste sie noch einmal fragen.
Auf jeden Fall stand für mich fest, es muss eine dieser Sitzungen sein, wie man sie aus dem Fernsehen kennt. Die erste Wahl fiel auf die Rosa-Schwulensitzung. Da würde es von Transvestiten und Tunten nur so hageln, also würde ich gar nicht auffallen. Leider war diese Sitzung aber schon lange ausverkauft. Eine Erkenntnis, die ich dann noch mehrfach bei bekannten Veranstaltungen machen musste. Schließlich konnte ich zwei Karten bei einem angeblich ganz guten Verein in einem Kölner Stadtteil bekommen. Ich fragte Franziska, die war einerstanden und trug mir noch auf ein Hotel in der Innenstadt zu besorgen. Der Rahmen war abgesteckt.

Jetzt ging es an das Wichtigste: Was würde ich anziehen?
Ich nutzte jeden freien Moment, um die Sachen in meinem Schrank zu kombinieren und auszuprobieren. Natürlich kannte ich eigentlich jedes Teil genau, aber es kamen nun noch andere Aspekte dazu, die ich beachten musste.
Dieser Rock sah klasse aus, aber dazu musste ich ein sehr enges Korsett tragen. Wenn ich das den ganzen Abend anbehalten sollte, würde ich wunde Stellen am Brustkorb bekommen und würde mich schon nach drei Stunden vor Schmerzen quälen. Das ging nicht.
Schließlich fiel meine Wahl auf eine kurzärmelige rote Bluse und einen schwarzen Rock. Darunter könnte ich ein sehr angenehm zu tragendes Korsett mit Strapsen und einen Longline-BH mit meinen Silikonbrüsten anziehen. Ich hätte zwar lieber eine Strumpfhose angezogen, aber da hatte ich kein leichtes Korsett zu. Meine roten Lieblingspumps waren auch klar. Auf den 12,5 cm Stilettos konnte ich zuhause recht gut einige Stunden gehen. Das würde an dem Abend schon klappen. Für den schlimmsten Fall wollte ich ein paar flachere mit bei der Garderobe abgeben.
Meine alte Perücke würde ich einmal durchbürsten und Schminkutensilien waren auch da. Nur die Jacke machte mich nicht so recht zufrieden. Ich dachte, man würde sicher erkennen, dass es eine Männerjacke war und kein Kostümblazer.
Ich suchte etwas im Internet und fand einen Schneider, der mir nach Maßangaben eine Jacke für weibliche Formen schneiderte. Das Geld investierte ich noch für den Abend.

Schließlich zeigte ich meiner Frau, was ich tragen würde. Sie schimpfte zwar wegen der neuen Jacke, hatte aber sonst nichts zu bemängeln.
„Du müsstest mir dann nur noch etwas Schmuck und deine schwarze kleine Handtasche leihen.“
„Welche schwarze Handtasche?“
„Die mit den langen Trageriemen, die ist bei dir im Schrank unten.“
Sie erinnerte sich kaum an die Tasche. Sie kaufte ständig neue und leider immer größere. Ich mochte diese Riesendinger überhaupt nicht. Aber Franziska sagt, sie braucht so große wegen der vielen Sachen, die sie immer mit sich rumschleppen muss. Ich versuche ihr ständig mittelgroße Taschen aufzuschwatzen, aber das gelingt mir nicht.

„Du kennst dich aber gut in meinem Schrank aus.“
Das musste kommen, sie wusste genau, dass ich manchmal auch Sachen von ihr anzog und das gefiel ihr gar nicht.
„Na ja ...“, stammelte ich.
„Ja ist gut. Kannst du für den Abend haben.“
Ich wechselte das Thema. „Als was willst du eigentlich gehen?“
Sie sah mich erstaunt an. „Als was ich gehe? Ist doch klar. Als Mann! Ich ziehe einen Anzug mit Schnürschuhen an und klebe mir einen Bart an.“
Das war so verblüffend einfach, wie prickelnd. Ich hatte mal an eine Art Partnerinnen-Look gedacht, aber das wieder verworfen. Meine Frau trug seit Jahren kaum noch Röcke, eigentlich immer Hosen.
Möglichst jeden Tag übte ich extrem auf den hohen Absätzen zu gehen. Noch mehr als sonst drehte ich stundenlang meine Runden, trat den Teppich noch etwas platter und klackerte über die Fliesen, bis die Füße weh taten. Als Franziska drei Tage auf Dienstreise musste, nahm ich mir frei und trug die ganzen Tage ausschließlich meine Frauenbekleidung. Ich wollte auf keinen Fall lächerlich wirken, weil ich mich ungeschickt bewegen würde.

***


Als ich am Sonntagmorgen im Hotel erwachte, pochte schon mein Herz vor Aufregung. Ich war unsicher, ob wir erst frühstücken sollten, oder ob ich schon anfangen sollte, mich fertig zu machen. Franziska schlief noch selig im Bett. Gestern hatten wir viel Sightseeing gemacht und waren bis nach Mitternacht in der Altstadt unterwegs gewesen. Jetzt war sie sicher nicht so aufgeregt wie ich.
„Schatzi? Willst du aufstehen, frühstücken? Soll ich erst mal in die Dusche?“
Ich stehe immer vor ihr auf, dusche und bereite das Frühstück und ihr `Fresspaket` für das Büro vor. Das war also eigentlich völlig normal.
„Weck mich, wenn du fertig bist“, brummte sie im Halbschlaf. Ich war mit der Antwort zufrieden und schloss die Badezimmertür hinter mir. In einem großen Kosmetikkoffer hatte ich einen Haufen Sachen eingepackt. Ich rührte Rasierschaum an und zog mich nackt aus. Vor Aufregung bekam ich einen roten Kopf. Zum ersten Mal würde ich meine Beine rasieren!
Vorsichtig schäumte ich die haarigen Dinger ein und nach und nach zog der Nassrasierer seine Bahnen durch den Dschungel. Die Achseln und den Genitalbereich rasierte ich mir regelmäßig. Da das niemand sah, hatte meine Frau nichts dagegen. Die Beine waren allerdings eine völlig neue Erfahrung. Es dauerte ewig und war nicht einfach, besonders auf den Rückseiten, bis zum Hintern hoch, versuchte ich gründlich zu arbeiten.

Als ich mich schließlich im Spiegel ansah und über die glatten Beine streichelte, war ich hin und weg. Obwohl ich ein paar kleine Narben entdeckte, die unter den Haaren nie zu sehen waren, war ich doch eigentlich ganz zufrieden mit den Beinen. Ich hatte nie Fußball oder einen ähnlichen Sport getrieben. Meine Beine waren eher schlank und nicht schlecht geformt. Damit schämte ich mich nicht. Und die paar kleinen Stellen würden die Strümpfe schon überdecken.
Ich rasierte mir noch schnell das Gesicht und ging dann duschen. Im Gesicht müsste ich heute Nachmittag sowieso noch einmal neu und besonders gründlich arbeiten. Damit wollte ich mir jetzt keine Mühe machen.
Als ich aus der Dusche kam, war Franziska schon auf und sah mir zu. Die nackten Beine fielen ihr sofort auf.
„Oh je ...“
„Die wachsen wieder nach“, machte ich ihr Mut.

Während sie ihre Zähne putzte, sah sie erstaunt über die Batterie an Tiegeln und Stiften, die ich auf die Konsole geräumt hatte. Sie sagte nichts, verdrehte nur etwas die Augen. Ich ging eilig aus dem Bad und ließ sie allein.
Im Zimmer sah ich auf die Uhr: halb zehn. Frühstücken bis ungefähr zwölf. Wie lange würde ich brauchen für eine perfekte Maskerade? Sicher drei Stunden. Die Sitzung würde um 19.00 Uhr beginnen. Etwas vorher da sein, hinfahren, Taxi suchen und so weiter. Um 17.00 Uhr müssten wir hier weg. Das heißt: spätestens um 14.00 Uhr würde ich loslegen. Aber in zwei Stunden konnte man eh nichts machen, also wollte ich mich gleich nach dem Frühstück vorbereiten.

Während des Frühstücks machte ich eine ungewohnte Erfahrung. Die Hose fühlte sich auf der nackten Haut ganz anders an, als sonst. Ich hatte kaum Hunger, war viel zu aufgedreht und wollte mich auch mit dem Essen zurückhalten, damit später das Korsett nicht drücken würde. Wir hatten kaum den letzten Kaffee getrunken und die Morgenzigarette geraucht, da machte ich Anstalten aufzustehen.
„So, ich werde dann mal langsam anfangen mich vorzubereiten.“
Meine Frau sah mich fassungslos an.
„Jetzt schon? Wir müssen doch erst um 18.00 Uhr los?“
„Ja, ich brauche ja ne ganze Weile und vorher kann man eh nichts mehr groß machen.“
Ich merkte deutlich, dass das Franziska nicht gefiel.
„Hmm ...Wenn du meinst. Ich brauche aber nicht so lange. Ich guck vielleicht noch mal in die Stadt.“
„Ja, mach doch“, munterte ich sie auf. Ehrlich gesagt – es war mir ganz lieb, wenn sie mir nicht über die Schultern gucken würde.

Ich schnappte mir den Schlüssel und ging hoch zum Zimmer. Eilig zog ich all meine Männersachen wieder aus und öffnete den Extra-Koffer mit meinen Frauensachen. Das Bett wurde zu einer Art Altar, auf dem ich alle Dinge ausbreitete - von den Schuhen bis zur Perücke. Als erstes nahm ich das Korsett auf und legte es vor dem Spiegel an. Ich zog die Schnüre genüsslich, fast rituell, zusammen und verknotete sie auf dem Rücken.
Plötzlich rappelte es an der Tür. Mir fiel ein, dass sicher ein Zimmermädchen können würde. Das Herz fiel mir in die Hose – hätte ich eine getragen. Bis auf das Korsett mit Strapsen war ich nackt! Ich versteckte mich hinter der Wandecke.
„Wer ist da?“
„Ich bin es“, antwortete Franziska entnervt und schnippisch. „Darf ich nicht noch mal auf´s Klo?“
Erleichtert guckte ich um die Ecke. „Sicher. Mach mal das Schild `Nicht stören!` hin.“
Sie drehte sich von mir zur Tür und grinste fies.
„Da hat wohl einer Angst bekommen? Na, das kann ja was werden heute Abend.“
Sie guckte mich nur kurz an, widmete den Sachen auf dem Bett einen langen Blick und ging dann auf die Toilette. Langsam beruhigte sich mein Herzschlag, während ich wartete, dass sie wieder gehen würde. Ich wollte jetzt lieber allein sein.

Ich sah ihr nach, als sie ihre Jacke und Handtasche schnappte und mich mit hochgezogenen Augenbrauen zurück ließ.
Als erstes zog ich den `Cache-Sex` an. Eine figurformende Miederhose aus Strumpfhosenmaterial, die alles gut versteckt und auch nach längerem Tragen nicht die Haut von Penis oder Hodensack einquetscht. Danach holte ich die neuen Strümpfe heraus und streifte sie über die nackten Beine. Als ich sie an den Strapsen einhakte und in die bequemen Pumps mit 8 cm-Abastz schlüpfte, sah ich mal wieder zum Spiegel und streichelte über das feine Material. Obwohl ich das schon tausendfach getan hatte, war es auf der nackten Haut ein völlig anderes Gefühl.
Ich ging ins Bad und mischte neuen Rasierschaum an. Zweimal rasierte ich mich sehr gründlich, auch gegen den Strich, bis auf den Hals und war erst zufrieden, als nur noch der dunkle Bartschatten zu sehen war. Der war nun mal nicht wegzubekommen, außer bei einer Epilation, von der ich öfter mal träumte. Ich desinfizierte mich gründlich und wartete bis die kleinen Bluttropfen abgetrocknet waren. Währenddessen zupfte ich ein paar Haare aus den Augenbrauen.

Auf die trockene Haut trug ich mit einem Schwämmchen gründlich das stark deckende Make-up auf. Eine Creme aus der Apotheke, die eigentlich für Frauen mit geplatzten Adern oder Feuermalen gedacht war. Man nennt sie auch `Camouflage`. Dann tuschte ich mir die Lidschatten in einem leichten Hellblau, malte mit dem Kajalstift die Lidränder nach und verlängerte mit einer dichten Wimperntusche mehrfach die Wimpern.
Jetzt noch das Gesicht pudern um das Make-up haltbar zu machen. Aber schön vorsichtig, ohne wieder die Augenarbeit zu bedecken. Als letztes drehte ich den knallroten Lippenstift heraus und malte die Lippen an. Den professionellen Druck auf ein Tempo-Taschentuch und das überflüssige Fett war weg. Leider durfte ich mir die Ohren nicht durchstechen, ich musste also Ohrclips tragen, aber das war nicht so schlimm.

Ein prüfender Blick in den Spiegel: Schön war ich nicht, aber zufrieden mit meiner ersten Arbeit. Ich wischte vorsichtig mit einem Q-Tip etwas Übergemaltes an den Lippen weg und nahm mir vor, bloß nicht mehr ins Gesicht zu fassen, weil die Nase juckt oder so. Das war nun `verbotenes Gebiet`.
Ich ging wieder ins Zimmer, zog den langen BH an und legte die großen Silikonbrüste herein, die sich täuschend echt anfühlten. Man konnte sie auch ankleben, aber das erschien mir überflüssig, weil sie in den weißen Miederkörbchen sicher lagen.

Nach einer Zigarettenpause klebte ich mir die künstlichen Fingernägel auf. Der Kleber musste etwas trocknen, dann konnte ich sie lackieren. Natürlich im passenden Rot zum Lippenstift, dessen Spuren an der Zigarette geblieben waren, die im Aschenbecher lag.
Ich hatte erst über die Jahre lernen müssen, vorsichtig den Filter zwischen die Lippen zu stecken, ohne rote Finger zu bekommen und die Farbe am Mund nicht zu verschmieren. Ebenso war es mit Essen oder Trinken. Wenn einmal ein Glasrand vom Lippenstift quer über das Make-up gezogen war, war es eine Hundearbeit, das wieder zu überdecken. Ich machte immer einen ziemlich spitzen Mund und versuchte das Glas nur knapp an die Lippen zu setzen, um das zu vermeiden. Wenn möglich nahm ich einen Strohhalm zum Trinken. Ich patzte auf zwei Nägeln beim Lackieren und musste es wieder abwischen. Schließlich wartete ich mit gespreizten Fingern vor dem Fernseher. Es ging eigentlich alles schneller als gedacht.

Dann zog ich die Bluse an, schloss die Knöpfe auf der `schöneren` Seite und legte eine lange Goldkette um den Hals. Als weiteren Schmuck hatte ich mir ein paar Ringe, die auf meine Männerfinger passten ausgesucht und ein Armband sowie eine goldene Damenuhr mitgenommen.
Das Bett war inzwischen schon erheblich leerer geworden.
Jetzt erst mal die Perücke, solange ich noch meine Arme hochheben konnte. Wenn man mit Rock und Bluse über Kopf arbeitet, zieht sich die Bluse immer heraus, die man dann wieder umständlich zurecht zuppeln muss. Vor dem Spiegel zog ich die Lockenpracht zurecht und bürstete sie etwas. Die langen Ohrclips sollte man gut sehen. Koteletten trug ich nie, der Haaransatz war hoch ausrasiert. Ich überprüfte das Make-up zum x-ten Mal und ging zufrieden wieder aus dem Bad.
Im Zimmer stieg ich in den engen schwarzen Rock. Er war knielang und sah sehr konservativ elegant aus, wie zu einem Bürokostüm. Ich schloss den Knopf und Reißverschluss auf dem Rücken und zupfte die Bluse von unten zurecht. Mit den langen Fingernägeln war ich dabei sehr vorsichtig. Nicht dass einer wieder abbrach. Jetzt tauschte ich die bequemen, flachen Pumps gegen die hohen roten aus und war eigentlich fertig. Die Jacke und dann konnte es losgehen. Ich sah auf die Uhr. Meine Güte. Es war erst kurz nach zwei!

Seufzend setzte ich mich in den Sessel und achtete dabei darauf, die Beine geschlossen zu halten. Ich bemühte mich seit einigen Monaten möglichst immer die Knie zusammen zu halten, um die Innenmuskulatur zu trainieren. Mir war mal aufgefallen, dass ich in Röcken dazu neigte die Beine männlich auseinander fallen zu lassen. Das sah natürlich unmöglich aus und man konnte die Beine nicht immer überschlagen, besonders nicht auf niedrigen Sitzgelegenheiten.

Ich machte mir eine neue Zigarette an und begann meine Handtasche zu packen. Zigaretten, Geld, Parfüm, Bürste und ein paar Schminksachen zum Nachbessern. Die flachen Ersatzschuhe steckte ich in einen Stoffbeutel. Mehr brauchte ich eigentlich nicht. Damit wurde es in der Tasche schon langsam eng werden. Die Eintrittskarten konnten in die Jacke oder meine Frau sollte sie nehmen.
Als hätte Franziska den Ruf gehört, klapperte es an der Tür und sie kam zurück. Sie sah mich im Sessel sitzen und war offensichtlich verblüfft. So total gestylt sah selbst sie mich so gut wie nie. Sie schloss die Tür und kam anerkennend nickend näher.
„Das sieht richtig gut aus ...“
Neugierig sah sie mir ins Gesicht, auf die Fingernägel und spielte an den langen Ohrhängern.
„Danke“, antwortete ich froh und auch etwas stolz.
„Bist du fertig?“
„Ja, fast.“
„Okay, dann mache ich mich jetzt auch fertig.“
Ich nickte und nahm die letzten Züge meiner Zigarette. Ich hatte ja wirklich nichts mehr groß zu tun und sah ihr zu. Komisch, bei ihr ging es heute recht schnell. Sie zog T-Shirt und Hose aus und holte ihren schwarzen Anzug aus dem Schrank. Socken trug sie sowieso fast immer. Sie hatte nicht so einen großen Busen, der fast unauffällig unter dem Herrenhemd verschwand. In den Slip stopfte sie sich grinsend ein Sockenbündel und zog die Hose rauf. So verschwand sie im Bad.
Ich konnte ihr zusehen, wie sie die Haare zurückgelte und den kleinen Schnauzer auf die Oberlippe klebte. Schmuck hatte sie nicht an. Sie knotete sich die Krawatte selbst – früher musste ich das für sie machen, aber sie hatte es längst gelernt und konnte es genauso gut, wie ich.
Sie kam raus und sah mich an.
„Okay so?“
Ich nickte. Natürlich fand ich meine Aufmachung viel schöner als ihre, aber das lag wohl eher daran, was es darstellen sollte.
Zufrieden nahm sie ihre Jacke vom Bügel, hockte sich auf´s Bett um die flachen Schuhe zuzuschnüren und stand auf.
„So, wo gehen wir jetzt hin? Einen Kaffee trinken?“
Ich erschrak. „Wie? Du willst jetzt schon so raus?“
„Klar. Ist doch noch ewig Zeit. Du willst doch nicht auf dem Zimmer bleiben bis um sechs?“

Mir klopfte das Herz. Einerseits hatte Franziska schon recht, aber es war doch etwas anderes in Frauenkleidern zu dieser Karnevalsveranstaltung zu gehen, als einfach so auf die Straße. Ich schluckte noch mal demonstrativ.
„Meinst du, ich kann das tun?“
Sie zog die Schultern hoch und machte ein fragendes Gesicht.
„Weiß ich nicht, ob du das kannst. Aber ist doch doof, jetzt hier stundenlang herumzuhängen und es ist doch die ganzen Tage Karneval. Draußen rennen jede Menge Affen, Hexen und Prinzen rum. Da fällt eine Zweimeterfrau doch gar nicht auf.“
Ich bemühte mich die Spitze mit der Zweimeterfrau zu überhören. Irgendwie hatte ich das Gefühl, sie wollte mich testen. Ich fasste einen Entschluss: „Gut, lass uns rausgehen!“
Sie nickte lächelnd und griff sich ihre riesige Handtasche.
„Nee, die kannst du nicht mitnehmen“, bremste ich sie. „Als Mann geht das nicht.“
Verdutzt sah sie mich an. „Aber da sind meine Papiere und alles andere drin.“
„Das brauchst du doch alles nicht. Steck dir das Wichtige in die Jacke oder die Hosentaschen.“

Ich amüsierte mich etwas über ihre hilflosen, ja fast verzweifelten Blicke. Aber sie schlug sich tapfer und räumte ihre Handtasche aus. Immer wieder hatte sie irgendwelche Dinge in der Hand, die sie für unverzichtbar hielt aber nicht in den Anzugtaschen unterbringen konnte und seufzend wieder in die Tasche legte.
Entschlossen schüttelte sie schließlich den Kopf und sah mich auffordernd an.
„Also dann musst du was in deine Handtasche nehmen oder in den Schuhbeutel.“
„Was denn?“ beschwerte ich mich.
„Den Kamm, das Parfüm. Meine Zigaretten.“
„Ich habe eine Bürste dabei. Parfüm brauchst du nicht, du bist ein Mann heute Abend, die Zigaretten steck dir in die Jacke.“
„Was hast du für ein Parfüm?“
Ich holte es aus der Tasche „Mania, aber das ist meins. Du brauchst kein Parfüm.“
„Ich will aber nicht stinken!“
„Du stinkst schon nicht. Nimm einen Schuss von meinem Rasierwasser und dann ist gut.“
Sie verzog das Gesicht, akzeptierte das dann aber doch. Ich hielt ihr die Eintrittskarten hin, die sie murrend in die Innentasche steckte. Dann übernahm sie wieder die Führung und bekam Oberwasser.
„Na los. Dann wollen wir mal, Madame.“
Sie schnappte den Zimmerschlüssel, ging forsch voran und öffnete die Zimmertür.
Ich stand vom Sessel auf und stand im kleinen Flur, die geöffnete Zimmertür direkt vor mir. Die Situation kann wohl nur jemand nachfühlen, der einmal in ähnlicher Lage war. Da vorn, nur wenige Meter weiter, war die Öffentlichkeit. Die Gefahr ausgelacht, beschimpft und verspottet zu werden. Andererseits das lang ersehnte, das wovon man immer träumt. Ich hätte wohl noch minutenlang dort regungslos gestanden, wenn Franziska mich nicht energisch aufgefordert hätte, nun endlich zu kommen.
„Na los! Komm schon!“
***


Stockend, zitternd ging ich voran – durch den Türrahmen hinaus, dort hin, wo mich jeder sehen konnte. Einen Mann in Frauensachen. Als sich unter meinen Schuhen der Bodenbelag änderte, sah ich ängstlich von links nach rechts, den Gang zu beiden Seiten hinunter. Es war niemand da. Wieder einen Schritt weiter, heraus aus dem Zimmer.
Die Tür klappte hinter mir ins Schloss. Ich war kurz vor dem Herzinfarkt und wollte wieder zurück, doch meine Frau schob mich energisch vor, in Richtung Fahrstuhl.
Ich guckte ständig auf den Boden, wo ich hintrat, dann wieder ängstlich durch den Flur. Jeden Augenblick könnte jemand kommen. Wir kamen vor dem Fahrstuhl an. Franziska drückte den Knopf und grinste mich an. Ich konnte nicht mehr richtig beurteilen, ob es ein schadenfrohes, böses Grinsen oder ein freundliches Lächeln war. Ich war völlig aufgeregt und krallte meine schwitzigen Hände in den Schuhbeutel. Beinahe wären mir die Fingernägel abgeklappt. Dann öffnete sich der Fahrstuhl. Es war jemand drin!

Meine Augen weiteten sich entsetzt und ich schwankte wohl. Mehr oder weniger hilflos sah ich in das überraschte Gesicht des älteren Mannes, der verblüfft zu mir hoch sah. Das war wohl das erste Mal, dass er zu einem geschminkten Gesicht in Zweimeterzehn hoch guckte. Ich war wie paralysiert. Meine Frau begrüßte den Fremden mit einem kurzen „Guten Tag“ und schob mich in die Kabine. Automatisch duckte ich mich etwas im Durchgang. In der Kabine drückte ich mich schnell in die Ecke und guckte weg. Aus dem Augenwinkel sah ich, dass der Mann auch zur Seite blickte. Ich weiß nicht, ob es ihm peinlich oder ganz egal war.
Unter meinen Schuhen wackelte der Boden etwas und schließlich öffneten sich die Türen wieder im Erdgeschoss. Franziska ging wie gewohnt voraus. Ich merkte mir das, das passte heute nicht zu ihr. Verwirrt bemerkte ich, dass der Mann wieder zu mir blickte. Es dauerte etwas, bis ich verstand, dass er mir den Vortritt lassen wollte.
Ich lächelte automatisch und ging heraus. Im Hotelfoyer war Steinboden. Das Klackern meiner Schuhe erschien mir wie Donnerhall. Einige Leute waren hier unterwegs. Hinter der Rezeption telefonierte eine Mitarbeiterin. Ich schaute mich nervös um. Keiner sah zu mir herüber. Meine Frau ging von mir weg und brachte den Zimmerschlüssel zur Rezeption. Ich fühlte mich plötzlich entsetzlich allein. Der Schuhbeutel hing schlapp an meiner Hand. Die andere Hand lag am Handtaschenriemen. Ich versuchte möglichst unauffällig zu wirken und schob den Riemen meiner Handtasche zurecht. An der Rezeption lächelte die Concierge Franziska an. Der falsche Bart war offensichtlich. Sie sah dann plötzlich zu mir, meine Frau drehte sich um und zeigte herüber. Ich grinste gequält, sie sprachen über mich.

Die Concierge winkte freundlich herüber und lächelte. Sie machte sogar ein anerkennendes Gesicht, als würde sie mich zu meiner guten Kostümierung beglückwünschen. Schnell verlor sie dann aber das Interesse an mir und widmete sich wieder ihrer Arbeit. Franziska kam lächelnd wieder zurück zu mir.
„Sie findet dich klasse und wünscht uns eine schöne Feier.“
Ich atmete tief durch und mir wurde klar, dass ich nur auf eine Weise diesen Tag überleben würde. Ich musste einfach alles mit etwas Humor sehen und selbstbewusst auftreten. Meine Frau kam mir nahe und flüsterte mir zu.
„Vorhin im Fahrstuhl dachte ich, du klappst mir um. Deine Ohren haben rot geleuchtet wie Feuermelder. Geht es dir gut?“
Ich nickte. „Jetzt wieder besser. Ich muss mich nur erst zurecht finden.“
„Gut. Gehen wir raus. Um die Ecke ist ein nettes Café. Habe ich vorhin schon ausgekundschaftet.“
Sie griff unter meinen Arm, zuckte dann aber zurück.
„Ähh ... Halt. So rum.“
Sie bot mir ihren Arm an. Grinsend griff ich unter ihren Oberarm und ließ mich zum Ausgang führen. Wieder klackten meine Absätze in der Hotelhalle. Ich bemühte mich, mich nicht umzusehen, ob jemand her sah und ging erhobenen Kopfes durch die große Ausgangstür. Vor der Tür blieb ich hängen, verlor fast meinen Schuh. Ich fluchte und sah auf den Boden. Mein Absatz war in der groben Gummimatte kurz hängen geblieben. Franziska stützte mich.
„Guck, wo du hintrittst!“ ermahnte sie mich.
„Ja, ja“ sagte ich. Öffentliche Wege und Straßen waren wirklich schwieriger, als ebener Teppichboden in der Wohnung, wo man jede Ecke kennt.

Es war ein recht sonniger Tag, wir hatten auf Mäntel verzichtet und auf der Straße war normaler Verkehr. Mein Kopf ging ständig herum. Ich achtete auf den Boden, die vorbeifahrenden Autos, die Passanten, die nur zum Teil verblüfft zu mir sahen und sogar auf ihre Rücken, wenn sie an uns vorbei waren. Es dauerte einige Meter, bis Franziska mich ermahnte, nicht mehr so rumzuwackeln.
Ich nahm mir das vor. Ging einen Schritt nach dem anderen und bemerkte, wie wichtig die Qualität des Bodenbelages war. Ich hatte ordinären Bodenplatten noch nie so viel Aufmerksamkeit geschenkt. Wo eine Platte mal etwas hoch stand oder der Spalt breit war, wich ich aus oder hob die Füße ausreichend an. Wieder ermahnte mich meine Frau.
„Guck nicht immer runter. Sieh nach vorn. Du eierst rum.“
Ich schluckte. Sie hatte Recht. Das kommt automatisch, wenn man so krumm geht. Ich zwang mich nur grob zu gucken, was unter mir war und sonst schön geradeaus zu sehen. Zum Glück nahm Franziska Rücksicht und ging nicht schnell. Wäre ich so gelaufen wie sonst, ich wäre schon einen Kilometer weiter ...
Sie zeigte auf die andere Straßenseite. „Da drüben. Sieht doch gut aus?“

Ein Café mit leeren Tischen vor dem Schaufenster. Zum draußen sitzen war es wohl doch noch zu kühl. Durch die Fenster konnte man aber einige Leute innen sitzen sehen.
„Ja, sieht gut aus“, stimmte ich zu.
Sie drehte sich zum Bordstein und guckte auf den Verkehr. Ich schätzte die Breite der Straße und die Zeit ein, die ich zum Überqueren brauchen würde. Das konnte gefährlich werden. War denn nirgendwo ein Zebrastreifen?
„Lass uns da an der Ampel `rübergehen“, bat ich sie.
Meine Frau guckte mich erst überrascht an, dann auf meine Schuhe und die Straße.
„Hmm. Ist wohl besser. Schon Scheiße so auf High Heels, was? Immer gehandicapt.“
Ich ersparte mir, ihr zuzustimmen, verzog nur das Gesicht. Wir gingen die paar Meter zu einem Übergang und warteten auf die grüne Ampel. Ein junge Frau stellte sich neben mich und sah musternd an mir hoch. Ich lächelte freundlich und ihr Gesicht hellte sich auf. Bevor sie etwas sagen konnte, schaltete die Ampel um und wir gingen los. In der Mitte der Fahrspur war der Asphalt aufgerissen und etwas Kopfsteinpflaster lag offen da. Ich ging vorsichtig hinüber und fluchte innerlich. Die Stadtväter sollten mal an ihre Mitbürgerinnen denken und solche Fallen reparieren. Unbewusst bezog ich mich in die betroffene Gruppe mit ein.

Als wir auf der anderen Seite wieder den Gehweg erreichten, war ich froh, dass das Café nicht mehr weit war. Inzwischen waren mir die vielen Gesichter auf dem Weg nicht mehr so wichtig. Mein Blick ging zu den bunten Markisen des Cafés. Franziska ging vor und öffnete die Tür. Innen war es warm und es roch nach Gebäck und frischen Kuchen. Einige Tische waren besetzt, der Großteil war aber leer. Ich ging meiner Frau nach, die einen Tisch am Fenster anvisierte. Als wir unsere Jacken auszogen, streckte ich gewohnheitsmäßig den Arm aus, um die Jacke meiner Frau zu nehmen und aufzuhängen, doch sie gab sie mir nicht, sondern griff nach meiner. Ich verstand, nickte dankend und setzte mich auf den Stuhl – schön mit zusammengehaltenen Beine, wie es ein braves Mädchen gelernt hat, die Handtasche an der Lehne aufgehängt und den Schuhbeutel am Boden neben mir.
Mit einem kurzen Blick sah ich mich um. Den meisten waren wir völlig egal. In der Ecke tuschelte ein älteres Paar und sah zu mir herüber. Ich hielt mich an meine erprobte Reaktion: freundlich lächeln und dann wieder um etwas anderes kümmern.

Gleichzeitig mit Franziska kam eine Bedienung an unseren Tisch. Ich war unsicher, sollte ich jetzt bestellen? Mit meiner tiefen Stimme? Oder sollte ich ihr das überlassen? Sollte ich `Ich und meine Frau wollen einen Café` sagen oder `Mein Mann und ich`? Ich sagte erst mal gar nichts und das war im Endeffekt auch ganz gut, denn meine Frau übernahm das.
„Wir möchten gern zwei Latte-Macchiato. Und ein Stück Kuchen vielleicht.“
„Den müssten Sie sich bitte an der Theke aussuchen. Wir haben aber auch ganz frischen Apfelkuchen vom Blech, den kann ich empfehlen.“
Jetzt sah sie mich fragend an. Es war klar, dass sie sofort den Mann unter der Maske erkannte. Freundlich fragte sie mich: „Möchten Sie einen Apfelkuchen?“
Ich nickte und drückte mir ein hohes „Ja, bitte“ heraus.
Als die Bedienung wieder weg war, lehnte sich Franziska zu mir rüber.
„Sprich doch ruhig mit ganz normaler Stimme. Wenn du versuchst hoch zu sprechen, wirkt das nur doof. Außerdem, warum sitzt du so steif da?“
Ich flüsterte zurück „Geht doch nicht anders. Wegen dem Korsett!“
„Ach so.“ Sie nickte verstehend und rutschte absichtlich tief im Stuhl runter, ja fläzte sich regelrecht hin und grinste. Sie konnte manchmal richtig böse sein.
Ich guckte sie grimmig an und konnte dann doch das Lachen nicht verkneifen.
„Fiese Möp!“
Die Bedienung kam und brachte uns den Kaffee mit dem Apfelkuchen. Erst nach dem ersten Schluck fiel mir wieder ein, dass ich mit dem Mund aufpassen musste – zu spät. Sicher hatte ich jetzt einen Rand am Mund. Ich stöhnte leise.
„Was ist denn?“ fragte die bärtige Frau gegenüber.
„Ich habe jetzt sicher einen Rand am Mund“, jammerte ich.
„Nein, ist nichts zu sehen. Stell dich nicht so an.“ Sie guckte missbilligend und so versuchte ich mich zusammen zu reißen. Ich aß meinen Kuchen in kleinen Happen, deren Krümel möglichst nicht an meinen Lippen hängen blieben und passte beim Trinken auf, dass mein Mund nicht verschmierte und nichts auf den ungewohnt herausragenden Busen tropfte.
Nebenbei immer an die Beine denken ... Das Essen wurde zur Herausforderung.

Wir saßen dort noch eine Weile und rauchten zwei Zigaretten. Leute kamen herein und andere verließen das Lokal. Keiner der Gäste versuchte ungeniert herüber zu gucken und die Passanten draußen vor dem Fenster kümmerten sich auch nicht um das Paar im Café. Die Zeit verging und langsam war es soweit, dass wir zum Veranstaltungsort fahren konnten. Etwas früher da sein schadete sicher nicht, obwohl wir feste Plätze an einem der Tische hatten.
„Ich geh noch mal auf Toilette und dann können wir uns ein Taxi suchen“, sagte Franziska und stand auf. Sie guckte in den hinteren Raum und suchte nach den Schildern. Plötzlich fragte ich mich, wie wir das mit den Toiletten machen würden. Wie ich sie kannte, würde sie sicher zu den Frauen gehen, wie immer. Sollte ich so zu den Männern? Kaum war die Frage gedacht, tauchte das Problem drängend auf, denn jetzt musste ich plötzlich.
Ich sah meiner Frau hinterher und schwamm innerlich. Die Bedienung musste gespürt haben, dass wir gehen wollten. Sie kam mit einem Bon an unseren Tisch und legte ihn in die Mitte. Ich hob gleich die Hand und hielt sie auf.
„Moment bitte.“ Ich griff erst gar nicht zur nicht vorhandenen Gesäßtasche, sondern angelte die Handtasche heran. Das machte mir plötzlich wahnsinnigen Spaß, so in der Tasche auf dem Schoß nach dem Portemonnaie zu suchen und ihr etwas Geld mit großzügigem Trinkgeld hinzulegen. Sie deutete einen Knicks an.
„Danke schön. Ich wünsche noch einen schönen Tag.“
„Danke sehr. Ebenso“, antwortete ich mit meiner normalen Stimme, die sie überhaupt nicht überraschte. Und da kam schon Franziska zurück.
„Hast du schon gezahlt?“
„Ja. Ich muss auch noch mal zur Toilette.“ Ich stand auf und brauchte eine Sekunde um wieder auf die Schuhe zu finden.
Sie deutete nach hinten. „Ganz hinten links ...“
Plötzlich brach sie ab und ich merkte, dass ihr fast der Kinnladen aufklappte. Ich wusste genau, was sie jetzt dachte. Wird er zu den Damen oder zu den Herren gehen? Ich dankte ihr für die Auskunft und wollte sie, ohne weiter darauf einzugehen, stehen lassen, da rief sie mir nach: „Hast du nicht was vergessen?“

Ich sah mich um und Franziska wies mit dem Kopf zu meiner Handtasche, die noch am Stuhl hing. Leise seufzend drehte ich um und nahm sie an mich, dann stöckelte ich aufrecht durch den Gastraum und fand die Tür zu den Toiletten. Herren und Damen lagen genau nebeneinander. Ich streckte die Hand aus und – nahm die Klinke der Damentür in die Hand. Drinnen war es still, niemand war dort. Ich war schon etwas neugierig und sah mich um, doch hier war nichts Außergewöhnliches, was eine normale Herren- von einer Damentoilette unterschied. Gut, es waren keine Pinkelbecken an der Wand. Aber das war es auch schon. Keine Schminktische oder besonderer Blumenschmuck oder sonst ein Schick-Schnack. Ich war etwas enttäuscht.
Langsam ging ich an den Türen vorbei und ging in eine Kabine. Jetzt wurde es umständlich. Der Rock war zu eng, um ihn einfach hochzuziehen. Außerdem mochte ich keine aufgekrempelte Stoffwurst im Weg haben, wobei zudem der Rock völlig geknittert wäre. Ich machte ihn lieber auf und zog ihn aus. Das war nicht einfach, denn ich balancierte auf meinen hohen Schuhen, um ihn nicht durch den Dreck zu ziehen. Dann zog ich den „Cache-Sex“ zwischen über Strapsen herunter und setzte mich auf den Sitz, den ich natürlich vorher mit Papier abgedeckt hatte. Ich merkte, dass meine Eier wieder aus den Leistenkanälen in den Hodensack herunterrutschten und urinierte. Nachdem ich mich abgeputzt hatte, zog ich im Stehen die Haut des Hodensacks wieder zwischen den Beinen nach hinten und ließ die Hoden wieder hoch rutschen. Umständlich zuppelte ich die Miederhose über dem Ende des Korsetts zurecht und stieg wieder in den Rock. Diesen dann wieder hinter dem Rücken verschließen und von unten die Bluse zurechtziehen ...
Was für ein Umstand!

Ich nahm meine Handtasche vom Haken und ging wieder aus der Kabine - immer noch niemand da. Fast etwas enttäuscht sah ich in den Spiegel und öffnete die Tasche. Die Lippen könnte ich etwas nachmalen ... und den Mundbereich frisch pudern. Ich legte die Tasche ab und holte meine Utensilien hervor. Nachdem ich mich gepudert und den Mund nachgemalt hatte, presste ich die Lippen aufeinander, um die Farbe gut zu verteilen. Das hatte ich irgendwann mal irgendwo abgeguckt. Ich packte meine Sachen wieder in die Handtasche, als eine Frau zu Tür reinkam. Im Spiegel sah ich, wie sie nur kurz zu mir sah und dann sofort zu den Kabinen ging. Ich schätze sie hatte sich, wenn überhaupt, dann nur über meine Größe gewundert.
Zufrieden hob ich die Augenbrauen und ging selbstsicher hinaus, wieder durch den Gastraum, zu unserem Tisch, an dem meine Frau die nächste Zigarette schon fast ausgeraucht hatte.
„Das hat ja ewig gedauert!“ beklagte sie sich.
„Es dauert halt ...“, rechtfertigte ich mich und nahm meine Jacke aus Franziskas Händen. Sie stand auf und kam mir ganz nah. „Gib es zu, du warst auf dem Damenklo.“
„Ja, sicher“ gab ich zurück und zog mir die Jacke über. Verdammt, dabei ist sicher wieder die Bluse aus dem Rock gezogen worden. Jetzt wurde mir klar, warum man einer Dame in die Jacke hilft! Franziska hätte ja auch mal daran denken und mir helfen können, dachte ich.
Doch die schüttelte nur etwas ungläubig den Kopf und brummte etwas von `Du bist ja verrückt`. Sie fasste wohl immer noch nicht, dass ich zu den Frauen gegangen war. Ich aber wusste bestimmt, dass ich heute Abend möglichst wenig trinken würde. Dieses Theater wollte ich mir nicht mehr als unbedingt nötig antun!

***


Draußen suchten wir ein Taxi, das wir auch nach einigen Seitenstraßen fanden. Zwischendurch musste ich Franziska bitten, etwas langsamer zu gehen. Sie war in unsere übliche Geschwindigkeit gefallen, bei der ich auf den hohen Schuhen unmöglich mithalten konnte. Mir fiel nebenbei auf, dass ich inzwischen kaum noch nach unten sah. Die Füße fanden ihren Weg auch so. Etwas machten sich aber die Ballen bemerkbar, die doch auf dem Steinboden ziemlich belastet wurden. Ich versuchte, das zu ignorieren, war aber froh, als wir den Taxi-Stand erreichten. Zielsicher ging ich zur Fondtür, warf den Schuhbeutel auf den Sitz und stieg ein. Wieder eine neue Erfahrung in dem Rock. Ich bekam ja die Beine nicht auseinander, außerdem sähe das wenig schicklich aus. So wurde das also eine etwas mühsame Geschichte, bis ich die langen Beine drin und den Rock unter dem Po glatt gezogen hatte. Als es endlich soweit war, saß meine Frau längst auf dem Beifahrersitz und hatte dem Fahrer die Adresse der Vereinshalle gesagt. Wenn der Fahrer auch erst über uns erstaunt war, so verstand er nun völlig. Er drehte sich freundlich lächelnd zu mir um und erkundigte sich, ob die `Dame` bequem sitzen würde.
Ich bejahte, bedankte mich für die Nachfrage und schon ging es los. Der Kölner Taxi-Fahrer war nicht anders, als andere auch. Er quatschte munter drauf los und scherzte mit Franziska auf dem Sitz neben ihm, die sich im Schminkspiegel ihren Schnauzer zurechtschob. Der Kleber hielt wohl nicht so gut. Vielleicht war auch etwas Kaffeeschaum daran gekommen. Ich hielt mich an meiner Handtasche fest und passte auf, dass ich meine Strümpfe nicht an der Sitzlehne ruinierte.

Nach einer halben Stunde kamen wir endlich an. Draußen an der Halle waren große Transparente, die die Veranstaltung ankündigten. Davor standen schon einige Gestalten in den ausgefallensten Kostümen. Ich bemühte mich, mich wieder möglichst damenhaft, elegant aus dem Auto zu winden, was mir mit den langen Beinen und dem engen Rock mehr schlecht als recht gelang. Fast hätte ich den Schuhbeutel vergessen. Natürlich zahlte meine Frau und als das Taxi wieder losfuhr, gingen wir gemeinsam zum Eingang. Es sah so aus, als müssten wir hier noch warten.

Eine Gruppe junger Leute ließ schon den Alkohol kreisen. Eine Frau aus der Runde kicherte hell und Zigarettenqualm stieg auf. Wir stellten uns etwas abseits und kramten nach unseren Zigaretten. Ich in meiner Handtasche, Franziska in ihrer Anzugjacke. Das Warten störte mich. Auf den hohen Absätzen herum zu stehen, war anstrengender als langsames Gehen. Ich überlegte, ob ich mich irgendwo anlehnen könnte, schlug mir das aber wieder aus dem Kopf. Mit einer Zigarette auf roten 12 cm-Pumps an der Wand lehnen – das sah mir nun doch zu sehr nach Bordsteinschwalbe aus und so wollte ich nun wirklich nicht wirken. Viel mehr fühlte ich mich schick, elegant – sehr damenhaft und wollte das auch nicht anders haben. Eher würde ich hier stehen, bis mir die Füße absterben.

„Hey Große, gehst du auch da rein? Willst du dich nicht zu mir setzen, später?“ aus einer anderen Gruppe winkte mir ein Mann zu und zwinkerte anzüglich. Seine Kumpanen neben ihm, wollten sich vor Lachen ausschütten. Sie waren alle drei als Fußballer angezogen. Mit Trikots und Fußballschuhen.
Franziska guckte böse hinüber, aber ich legte die Hand auf ihre Schulter und rief einfach zurück.
„Nein. Meine Muter hat mir verboten, mich mit Fußballspielern einzulassen. Die wollen alle nur das eine!“
Die drei lachten los und nickten demonstrativ. Einer machten eindeutige Gesten dazu.
Ich mochte solche Typen grundsätzlich nicht und jetzt war mir das besonders unangenehm. Mir gingen sogar kurz Gedanken durch den Kopf, dass sie uns überfallen könnten. Franziska konnte zwar ringen wie eine Löwin, aber wenn die drei ankamen, würde einer sie einfach festhalten und gegen zwei würde ich auch nicht ankommen. Ich bin ein sehr gewaltloser Mann und habe mich im Leben so gut wie nie geprügelt. Bilder gingen mir durch den Kopf, in denen einer meine Frau festhielt, während die anderen beiden mich auf den Boden stießen, den Rock zerreißen und mich vergewaltigen würden. Ich hatte plötzlich richtig Angst. Merkwürdigerweise fast genau so viel um meine körperliche Unversehrtheit, wie um meine Kleidung ...?
Glücklicherweise waren die drei aber ganz friedlich, nur in guter Stimmung. Sie verloren schnell wieder das Interesse an uns.
Franziska sah mich prüfend an. Ihr war das auch sehr unangenehm, wer weiß, was sie befürchtet hatte. Ich fiel wieder in meine männliche Rolle zurück, munterte sie mit einem Lächeln auf und zog sie an mich. Ihr Kopf lag nur knapp über meinem Silikonbusen. Mein Gott, was wünschte ich mir, etwas kleiner zu sein. Einsiebzig oder so, alles wäre einfacher und ich würde vielleicht gar nicht mehr als Mann auffallen.

Wir warteten eine gute halbe Stunde und rauchten eine nach der anderen, ich hatte mehrfach den Stand gewechselt, die verkrampften Füße in den Schuhe angehoben und gedreht. Franziska sah mir mitleidig zu. Ich versuchte aber tapfer zu sein. Schließlich hatte ich mir das ja so ausgesucht.
Endlich öffneten sich die Türen und wir konnten hinein. Es hatte sich schon eine große Menschenmenge angesammelt, über die ich gut hinwegsehen konnte. Die merkwürdigsten Verkleidungen, aber auch ganz elegante Besucher mit schmuckvollen Narrenkappen waren dabei. Wir strömten mit den anderen in Richtung der Garderobe. Wir hatten ja keine Mäntel dabei. Da war nur dieser Schuhbeutel, den ich seit Stunden mit mir rumschleppte. Ich stellte mich in eine lange Schlange, die plötzlich vor mir entstanden war. Obwohl ich einer der ersten war, der durch die Türen gegangen war, standen jetzt Dutzende Leute vor mir. Sie hatten mich einfach überholt, waren an mir vorbeigelaufen, während ich langsam durch den Raum stöckeln musste. Es war nicht einfach.
Da stupste mich Franziska an, sie nahm mir den Beutel ab.
„Ich mach das, du willst dich sicher hinsetzen.“

Das war wirklich lieb von ihr. Ich lächelte ihr dankbar zu und schaute mich nach einer Sitzgelegenheit um. Tatsächlich waren am Rande einige Bänke aus einer Sporthalle aufgestellt. Mehrere Leute saßen dort, die ihre Verkleidungen vervollständigten. Meist Frauen, die ihre Schuhe tauschten. Sie waren cleverer, hatten sich die hohen Tanzschuhe eingepackt und erst hier angezogen. Wieder was dazu gelernt.
Ich ging langsam zu den tiefen Bänken und setzte mich umständlich hin, die Beine nebeneinander zur Seite gelegt. Die Bank war so tief, dass mein Korsett drückte, man konnte sich auch nicht anlehnen. Es war schrecklich unbequem – aber jetzt besser als Stehen.
Ich sah zu, wie meine Frau langsam weiter voran kam und musterte die vielen Leute. Da waren wirklich ausgefallene Verkleidungen darunter und manche Leute sahen auch zu mir herüber und guckten anerkennend. Ein Frau setzte sich neben mich und zog riesige braune Stoffschuhe an, die ihre Blumenwurzeln sein sollten, denn sie ging als Baum. Ich sah ihr zu und fragte scherzhaft, ob man denn in diesen großen Wurzelschuhen überhaupt noch gehen können würde.
Sie deutete auf meine roten Pumps und konterte „Nicht schlechter als in Ihren Schuhen.“
Ich lachte. „Na da haben Sie wohl Recht.“
Endlich kam Franziska zurück. Sie steckte die Garderobenmarke gerade in ihr Portemonnaie. „Erledigt. Gehen wir rein?“

Ich kam kaum von der kleinen Bank hoch und griff dankbar nach ihrer helfenden Hand.
„Viel Spaß!“ wünschte uns die Baumfrau noch. Dann gingen wir in die Halle, zusammen mit Hunderten anderer Leute.

***


„Also wenn du gar nichts trinkst, macht das überhaupt keinen Spaß“, meinte Franziska. Sie musste mir das über den Krach und das Gejohle fast zurufen. Wir saßen an einem langen Tisch nebeneinander, nicht weit von der Bühne weg. Die verschiedenen Programmpunkte waren bisher mehr oder weniger gut gewesen. Eine Tanzgruppe, die wirklich auf Vorstadtniveau tanzte. Ein Kabarettist, der wohl super Sprüche drauf hatte, aber von dessen Kölsch wir nicht alles verstanden und natürlich immer wieder die Kapelle mit lustigen Karnevalsliedern.
„Ich kann doch nicht so viel Alkohol trinken, sonst kann ich nicht mehr gerade gehen!“ erklärte ich ihr.
„Ach komm, dann trink wenigstens mal ein Kölsch. Du hältst dich ja schon ewig an diesem Orangensaft auf. Ist ja langweilig!“
Ich verstand sie ja und sonst war ich auch nie ein Kind von Traurigkeit, trank sogar eher mal zuviel. Aber ich wollte auf keinen Fall besoffen auf den hohen Schuhen herumeiern.
Andererseits, wenn ich zuviel Alkoholfreies trank, musste ich zu oft auf Toilette rennen, was ich auch nicht wollte. Ich war in der Zwickmühle. Wenn ich nicht eines von beiden meiner Frau zuliebe tat, würde ich ihr den Abend versauen.
„Also gut, ich bestell mir ein Kölsch ...“
Die verschiedenen Vorstellungen wechselten sich ab und mein Körper beschwerte sich langsam. Ich merkte, dass meine Muskeln müde wurden und meine Beine im Rock aufklappten. Ich wechselte mal wieder die Sitzstellung und schlug die Beine übereinander. Aber mit durchgedrücktem Rücken im Korsett, saß ich so auf den spitzen Beckenknochen. Das war keine Freude auf den einfachen Holzstühlen. Außerdem kribbelten meine Zehen in den spitzen Schuhen. Ich versuchte sie etwas in den Pumps zu bewegen. Ausziehen wollte ich die Schuhe nicht. Wer weiß, ob ich mit den sicher schon etwas aufgequollenen Füßen wieder so einfach reingekommen wäre.
„Hör auf an deiner Perücke rumzuwackeln!“ Franziska meldete sich.
Ich guckte verwirrt auf meine Hand. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich mir die juckende Kopfhaut gekratzt hatte. Unter dieser Perücke wurde man ja langsam verrückt. Das Band drückte die Kopfhaut ab und darunter schienen seit heute morgen Ameisen eingezogen zu sein.
Ich nickte meiner Frau zu und entschied, dass ich eine Pause brauchte.
„Ich geh mal auf Toilette“, sagte ich leise zu ihr und stand auf, nahm meine Handtasche über die Schulter und wand mich durch die vollen Stuhlreihen. Die Toiletten waren auf beiden Seiten der Halle. Hinter einem Durchgang kam ich zu den Sanitärbereichen. Überrascht sah ich die lange Schlange vor mir. Da waren ungefähr zwanzig Frauen, die vor der Toilettentür anstanden. Weiter hinten war die Tür zum Männerklo, die aufschwang, weil jemand gerade herauskam. Gut, dachte ich mir, dann gehe ich diesmal dahin, wo ich eigentlich hingehört. Man ist ja flexibel.
Ich ging an der Frauenschlange mit wiegenden Hüften vorbei und schnurstracks durch die Tür mit dem Männlein. Drinnen war eine lange Reihe Pinkelbecken, an denen mindestens fünf Männer standen. Einer sah mich und schreckte zusammen. Er drehte sich so, dass ich ihm nichts abgucken konnte. Ich grinste und ging vorbei zu den Kabinen. Das Becken konnte ich in der Kleidung nicht benutzen.
Leider waren die ersten Kabinen belegt und ich musste etwas suchen. Da hörte ich hinter mir eine Bemerkung.
„Hey Süße, willst du mir nicht einen blasen?“
Ich sah mich erschrocken um. Ein Mann in Piratenverkleidung mit hochgeklappter Augenklappe sah mich grinsend an und wiegte demonstrativ seinen Schwanz in der Hand.

In dem Augenblick gingen mir meine geheimen Wünsche durch den Kopf. Oft wünschte ich mir, mal einen schönen Penis zu lutschen, ihn im Mund zu fühlen und schließlich das warme Sperma zu schmecken. Aber kaum sah ich klar, dass hinter so einem Schwanz auch immer ein Mann steckte, schreckte ich zurück. Einen Mann vielleicht küssen? Seinen haarigen Körper streicheln? Nein, das war abstoßend. Schwul bin ich nie gewesen. Wenn so ein Schwanz, völlig schwerelos in der Luft hängen würde – ich würde zuschnappen – aber nicht mit Mann dran.
„Ja was denn? Komm gib mir deine roten Kusslippen.“

Der Pirat schreckte mich wieder hoch. Ich sah mir den Schwanz an, den er da in seiner Hand hielt. Ich stellte mir vor, dass ich mich vor diesen wildfremden, angetrunkenen Kerl hinknien musste und ihm seinen stinkenden Schwanz, mit dem er eben noch gepisst hatte, lutschte ... Angewidert verzog ich das Gesicht.
„Nein danke“, gab ich zurück, verschwand eilig in der Kabine und atmete erst mal durch.
Draußen scherzte der Pirat noch mit einem seiner Freunde, wie es sich anhörte. Aber ich kümmerte mich nicht mehr darum, sondern sah zu, dass ich aus meinem Rock kam. Ich hing ihn gerade an den Seitenhaken, da rüttelte es an der Tür.
„Hey Süße, komm schon. Ich bin auch ganz zärtlich.“
Erschrocken sah ich an mir herunter und zu der wackelnden Tür. Mein Herz raste. Schnell setzte ich mich auf den geschlossenen Klodeckel und stemmte beide Füße gegen die Tür. Nach hinten stützte ich mich ab. Wenn der hier rein wollte, dann musste er mir die Beine brechen!
Dass man auch einfach über die Wände steigen konnte, kam mir in dem Moment gar nicht in den Sinn. Ich fühlte nur Angst und eine große Abscheu vor diesen primitiven, groben Männern. Was hatte die Welt schon von dieser einfältigen Brutalität?
„Lass mich in Ruhe! Hau´ ab!“ rief ich.
Tatsächlich hörte das Rütteln auf und von draußen hörte ich, dass jemand eingriff.
„Lass die Tunte. Die macht sich ja gleich ins Höschen. Wer nicht will, der hat schon.“

Mit geschlossenen Augen hörte ich erleichtert, dass die beiden tatsächlich weg gingen. Ich brauchte ein paar Minuten, um mich zu erholen, dann schälte ich mich aus meiner Miederhose und konnte endlich pinkeln. Ich ließ mir Zeit mich wieder anzuziehen, es sollten ruhig erst alle weg sein, die die Szene vorhin mitbekommen hatten.
Ich öffnete die Tür und wieder kam es zu erstaunten Blicken von Männern an den Pinkelbecken. Ich kümmerte mich nicht darum, sondern sah zu, dass ich hier raus kam.

Kaum durch die Tür des Herrenklos, wandte ich mich zu den Damen, doch da tönten mir Protestschreie entgegen.
„Hey, Lange – hinten anstellen!“
Ich sah verzweifelt die Reihe entlang in die Gesichter. Kein Wunder, dass die genervt waren. „Bitte, ich will nur an den Spiegel.“
Dagegen schien keine was zu haben und so drängelte ich mich an der Schlange vorbei durch die Tür zu den Waschbecken. Hier standen viele Frauen nebeneinander, aber es war genug Platz. Ich sah mich im Spiegel an. Meine Haut oder besser das Make-up glänzte. Durch den Schweiß war vom Puder nichts mehr zu sehen. Der Bartschatten schien auch leicht durchzukommen und an meinem Mund war der Lippenstift vom Glas verschmiert. Ich wühlte in meiner Handtasche, holte den Abdeckstift heraus und übermalte erst mal die Lippenstiftschmierer, dann puderte ich mich gründlich und malte schließlich den Lippenstift nach. Den Sitz der Perücke überprüfen, unordentliche Strähnen zurechtlegen. Zum Abschluss noch ein paar Spritzer frisches Parfüm – das war´s.
Ich packte alles wieder ein, lächelte noch einer Frau neben mir zu, die mich interessiert beobachtet hatte und ging wieder heraus.
An der Seite fiel mir eine geöffnete Seitentür auf, wo mehrere Leute an der frischen Luft standen. Das würde mir gut tun, dachte ich und ging dahin. Ich stellte mich dazu und holte eine Zigarette aus der Handtasche. Nach dem Schreck brauchte ich die nun wirklich.

***


Ich kam gerade rechtzeitig wieder in die Halle, als Prinz, Jungfrau und Bauer hereinkamen. Die ganze Halle dröhnte vom Klatschen der stehenden Massen. Ich zwängte mich durch die Massen und sah Franziska entgegen, die zu mir zuwinkte.<
„Wo warst du so lange. Du hättest beinahe den Höhepunkt versäumt!“
Ich ersparte mir das schreckliche Erlebnis zu erzählen, stellte mich nur achselzuckend neben sie und klatschte mit.
„Du riechst gut. Das musst du mir mal leihen“, sagte sie lächelnd. Ich freute mich über das Kompliment und nickte ihr lächelnd zu. „Na klar.“

Nach weiteren zwei Stunden, in denen ich nun wirklich nicht mehr wusste, wie ich sitzen sollte ohne irgendwo Schmerzen zu haben, sprach ich meine Frau an.
„Ich glaube, jetzt kommt nur noch Schunkelmusik. Wollen wir nicht langsam gehen? Es ist schon nach eins.“
Franziska sah auf ihre Uhr und auf das angefangene Glas Wein vor ihr.
„Okay, ich trinke nur noch aus.“
Ich war erleichtert. „Prima. Ich geh noch einmal auf die Toilette und hol schon meine Schuhe von der Garderobe. Gibst du mir mal die Garderobenmarke?“
Sie kramte ihre Brieftasche hervor und gab mir die Marke. „Wartest du im Eingang? Ich komme dann auch dahin.“
„Ja gut. Bis dann.“

Ich nahm meine Handtasche und die Jacke von der Stuhllehne, die ich vor einiger Zeit ausgezogen hatte. Hier drin war es unerträglich warm geworden. Mein Kopf brummte, die Perücke drückte die Kopfhaut ab und die Ameisen darunter waren einem drückenden Pochen gewichen.
Wieder durch die Stuhlreihen, hinüber zu den Toiletten. Diesmal war die Schlange vor dem Damenklo recht kurz. Ich stellte mich gern an. Zu den Männern wollte ich nicht noch einmal. In der Schlange wurde ich angesprochen.
„Na? Sind wir denn hier richtig?“
„Aber ja. Goldrichtig“, gab ich frech zurück.

Eine Viertelstunde später saß ich wieder auf der flachen Bank im Foyer und tauschte meine Schuhe. Meine roten Pumps lösten sich kaum von meinen Füßen. Die Füße waren aufgequollen und hatten rote Ränder von der Schuhöffnung. Im linken Strumpf war ein roter Blutfleck. Vermutlich war ein Zehennagel etwas zu lang und hatte sich in der Schuhspitze in das Fleisch des nächsten Zehs gedrückt. Ich bewegte zaghaft die Füße. Meine Zehen hatten die spitze Schuhform übernommen und fühlten sich taub an. Mit zusammengekniffenem Gesicht massierte ich langsam die Ballen.
Als es etwas besser war, schlüpfte ich in die anderen Pumps. Die waren zwar nur vier Zentimeter flacher, ich ging in ihnen aber viel leichter. Was ein paar Zentimeter ausmachen konnten?
Ich steckte die roten in den Beutel und stand auf – fast wäre ich vornüber gekippt, so anders war der Stand auf einmal. Ich ging ein paar Schritte und fühlte mich, als würde ich in bequemen Latschen gehen. Was für eine Erholung! Jetzt ging es mir schon viel besser.

Da kam auch Franziska. Sie zupfte sich im Gehen den Kunstbart ab und rieb sich die gerötete Oberlippe. „Puhhh ... endlich ab. Ätzendes Ding!“ schimpfte sie.
„Alles klar?“ Können wir?“
„Ja“, antwortete ich.
Wir gingen raus in die kühle Nachtluft. Vor der Halle standen ein paar Leute, die wohl auch auf ihre Abholer oder Taxis warteten. Ich spürte den leichten Wind durch die dünnen Strümpfe an den Beinen.
„Wollen wir hier auf ein Taxi warten oder versuchen an der Straße eines zu bekommen?“ fragte meine Frau.
Ich überlegte. Ich hätte zwar nichts dagegen noch etwas an der frischen Luft zu gehen, wollte aber bestimmt nicht mitten in der Nacht in dieser Kleidung durch dunkle Seitenstraßen gehen. Außerdem würden hier sicher ständig Taxis kommen, weil sie hier mit Fahrgästen rechneten.
„Lass uns hier warten. Ich denke da sind die Chancen besser.“
Franziska nickte, sah in den Himmel und kramte wieder nach einer Zigarette. Sie holte die Schachtel raus, bot mir eine an, die ich mit den langen Fingernägeln umständlich aus der Schachtel zog und zündete sie mir an. Ganz der Gentleman ...

„Und? Wie war es so? Wie fühlst du dich?“ fragte sie.
Ich überlegte. „Mir tut fast überall was weh und ich möchte jetzt nur noch ins Bett.“
Sie grinste. „Ist was anderes, so ein ganzer Tag in der Öffentlichkeit, als allein im Haus, was?“
„Ja, was ganz anderes ...“, gab ich zu.

Wir bekamen dann recht schnell ein Taxi. Diesmal legte ich weniger Wert auf einen eleganten, damenhaften Einstieg, sondern sah nur zu, dass ich rein kam. Die Fahrt durch das nächtliche Köln war nett und mir ging der ganze Tag noch einmal durch den Kopf. Im Endeffekt war es ein tolles Erlebnis. Ich war froh, das durchgezogen zu haben, trotz der unangenehmen Seiten.

Im Hotelzimmer angekommen, zog ich die Perücke ab und schlüpfte aus meinen Schuhen. Bei den ersten Schritten barfuss knackte es in den Fußknöcheln und ich wäre wieder fast vornüber gekippt. Ich musste mich abstützen. Ich hatte kaum Rock und Bluse ausgezogen, da lag meine Frau auch schon unter der Bettdecke. Sie sah mir zu, wie ich die Silikonbrüste herausnahm und den BH auszog. Ich löste die Strümpfe von den Strapsen und zog sie aus. Als ich das Korsett öffnete und langsam abnahm, fühlte sich mein Rücken an, als würde er zusammensacken. Vorsichtig reckte ich mich, bevor ich den Miederslip auszog. Mein Penis war etwas dunkel und schrumpelig, ebenso wie die Haut des Hodensacks, in den nun meine Eier zurückrutschen. Sie meldeten sich dabei mit einem leichten Ziehen.
Ich griff eilig nach meinem Schlafanzug und wollte mich schon hinlegen, da erinnerte mich Franziska mit halb geöffneten Augen: „Denk ans Abschminken. Du versaust sonst das Kopfkissen.“

Das hatte ich tatsächlich fast vergessen. Ich stand wieder auf, ging ins Bad und schmierte mir dick „DeMake-up“-Milch ins Gesicht. Es dauerte ewig, bis ich mir die dicke Schicht aus dem müden Gesicht gewischt und die Augen grob gereinigt hatte. Wie immer wischte ich mir dabei auch etwas in die Augen. Es brannte. Das gelang mir fast jedes Mal.

Endlich kam ich aus dem Bad zurück zum Bett. Franziska schlief schon. Vorsichtig legte ich mich hin, um sie nicht zu wecken. Unter der Bettdecke räkelte ich mich, sortierte die Knochen in meinem Rücken etwas.

Wenn ich nicht so fertig gewesen und gleich eingeschlafen wäre, hätte ich sicher noch viel über diesen bemerkenswerten Tag nachgedacht.
Zum Seitenanfang



Kommentar hinzufügen
Dein Name:  
Deine E-Mail Adresse:  
Deine E-Mail Adresse:  
(als Spamschutz nochmals eingeben)
DeinKommentar:  


Kommentare

Name Kommentar    Datum
Sie sind der -te Besucher seit 01. Januar 2002

Topliste www.highheels.ch